2013-05-02 17.03.38Früher malte man seine Bildkarten selber. Heute haben wir den Schubi-Katalog, Langenscheidt, den Klett-Verlag, Hueber und Ravensburger. Und bestimmt habe ich eine Menge anderer Verlage vergessen, denn hier im imer noch fernen Mexiko kommt man trotz Amazon.de und neoliberaler Marktwirtschaft nicht so leicht an deutsche Materialien heran, vor allem dann, wenn man als Ortskraft angestellt ist und sich zwischen der Kaufkraft der lokalen Währung und der des Euros ein Graben auftut.

Und so kommt es wohl, dass hierzulande in der dritten Welt (verzeihung: in den Entwicklungsländern) viele Lehrerinnen immer noch ihr eigenes Material entwerfen und basteln. Mit all den Vor- und Nachteilen, die das mit sich bringt. Ich gehöre dazu und möchte mich in diesem kurzen Eintrag für die Vorteile der selbst gemachten Unterrichtshilfen aussprechen. Beginnen wir mit den pädagogischen Aspekten:

  • Der Wortschatz kann ganz genau auf die Altersstufe und die Interessen der Zielgruppe abgestimmt werden.
  • Der Schwierigkeitsgrad kann genau festgelegt werden ohne dass dadurch Teile eines Spiels weggelassen werden müssen.
  • Kartengrösse, Schriftgrösse, Farben können selber gewählt werden.
  • Jedes Spiel (Kartensammlung, usw.) kann beliebig erweitert werden; beschädigte Materialien können problemlos ersetzt werden.
  • Der Lehrer kennt sein Material genau, schliesslich hat er es selber entworfen.
  • Die Lehrerin kann, wenn sie ihr Spiel oder ihre Wortschatzkarten am Computer entworfen hat, den Schülern Kopien davon geben. (PDF teilen; die Schüler können es selber gestalten, ausschneiden, aufkleben, usw. Dabei lernen sie eine Menge!)
  • Oft bekommen (meiner Erfahrung nach!) die Schüler selber Lust, ein Sprachspiel oder Wortschatzkarten selber zu gestalten und machen sich an die Arbeit.

Andere Vorteile:

  • Wer sein Material selber gestaltet, achtet viel genauer darauf, inwiefern es Schülern hilft und welche Verbesserungen gemacht werden können.
  • Die persönliche Note des Lehrers hat für Schüler durchaus ihren Reiz. Auch Jugendliche fühlen sich angesprochen und geschätzt, wenn sie merken, dass ihre Lehreirn für sie etwas ästhetisch Ansprechendes vorbereitet hat.
  • Wer gerne kreaiv gestaltet, bringt diese Seite des Lebens in den Arbeitsalltag hinein.
  • Wer selber Materialien herstellt, benutzt diese auch viel öfter im Unterricht als gekaufte Lernmittel. Warum das so ist, weiss ich nicht so genau. Ich schätze, es hängt auch damit zusammen, dass man die Früchte des eigenen Arbeitsaufwands sehen möchte.

Bis hierher mein Plädoyer für selbst gemachte Unterrichtsmaterialien.  Bald stelle ich noch andere Lehrmittel hier vor.

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